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KRAWATTEN: EINE SPEKTAKULÄRE METAMORPHOSE SEIT DEN ZWANZIGERN

4 November 2015

Als Mode-Accessoire unserer Vorfahren wurde die Krawatte im siebzehnten Jahrhundert in Kroatien geboren. Sie wurde zunächst von kroatischen Soldaten getragen und wurde erst später zu einem ikonischen Mode-Accessoire der männlichen Eitelkeit. Ob schmal, breit, gemustert, gestrickt oder in Leder, die Krawatte und Strickkrawatte haben sich seit den 20ern stets weiterentwickelt. Wie ist diese Metamorphose zu erklären? Vom Erkennungszeichen zum Objekt der Selbstdarstellung, die Krawatte hat viele Facetten! In den 20ern war die Krawatte eine Möglichkeit, die soziale Zugehörigkeit zu kennzeichnen und war das sichtbarste Symbol der Bourgeoisie. In England wurden Muster dazu verwendet, die unterschiedlichen Regime voneinander zu unterscheiden. 

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Jede Brigade hatte eine zugehörige Farbe, die streifenförmig dargestellt war. Für die Elite reserviert, waren die ersten Club- oder Regimentskrawatten exklusiv für Schüler der Universitäten oder der renommiertesten britischen Organisationen vorgesehen.

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Durch die Art-Deco-Bewegung geprägt, ließen die 30er Jahre mehr Platz für kreativen Spielraum. Geboren waren die Krawatten mit Paisleymuster oder Kaschmir mit Punkten oder einem geometrischen Muster! Während der 40er gab es keine dramatische Transformation. Überwältigt durch den Zweiten Weltkrieg hatte die Welt wenig mit Mode und Design am Hut. Nach dem Zweiten Weltkrieg erblühte auch die Krawattenwelt wieder zu neuem Leben. Überall sah man nun mutige und farbenfrohe Muster. Die Designer trauten sich an neue Materialien und Formen wie unter anderem Leder, Wollkrawatten und quadratische Krawattenenden. Außerdem wurden die Krawatten um einiges länger und breiter, bis zu 130 cm lang und 13 cm breit und standen somit plötzlich viel mehr im Vordergrund.

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Von der Pop-Art inspiriert, entworfen die Designer während der 60er Jahre immer quirligere Krawatten. Während viele den sicheren Tod der Krawatte prophezeiten, die von den Hippies und Revolutionären als verabscheutes Statussymbol angesehen wurde, fing ein anonymer Krawattenhersteller plötzlich an, schmale Lederkrawatten mit quadratischen Enden herzustellen. Und schon war die Krawattenmode wieder zum Leben erweckt!

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Während der 80er wurden breite Krawatten wieder populär. Diese Krawatten waren bis zu 9 cm breit. In den 90ern entdeckten einige Designer ihre Tierliebe und große Modehäuser wie Gucci oder Hermes verzierten ihre Krawatten mit kleinen Tieren. Obwohl die Kundschaft am Anfang zögerte, waren die Motive später sehr erfolgreich. 

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Dann kamen die humorvollen Motive, deren Ziel es war, eine gewisse Geselligkeit auszudrücken und Raum für Gesprächsstoff zu bieten. Hierzu zählten Banknoten, Totenköpfe, Weihnachtsbäume und vieles mehr. Die Amerikaner nannten diese Krawatten auch "Gespräch-Krawatten". Krawatten boten definitiv eine tolle Möglichkeit sich auszudrücken.

Heutzutage sind sie in verschiedenen Breiten, Mustern und Materialien verfügbar. Ihre Krawatte ist somit das ideale Accessoire, um Ihren eigenen Stil auszudrücken. Obwohl die Standard-Krawatte zwischen 7 und 8 cm breit ist, werden schlankere Krawatten immer beliebter. Um es mit einem Zitat von Honoré de Balzac auszudrücken: "Ein Mann ist soviel wert wie seine Krawatte.  Durch sie enthüllt sich sein Wesen, in ihr manifestiert sich sein Geist. Der Geist des Mannes zeigt sich in seiner Fähigkeit, die Krawatte zu binden".